Die Glocken von Malans

Sprecherin: Margrith Janggen
Schnitt und Layout: Urs Wülser & Tonstudio Blue Wonder Chur

Sonntagsgeläute

<hören> [5'138 KB] Ganzes Sonntagsgeläute vor der Predigt mit Stundenschlag. (Glocken 54321..54321)

Vorstellung der Glocken

<hören> [14'228 KB] Das isch z'Malanser Kirchaglüt, ufgnu im Januar 2002 vom Urs Wülser und dr Margrith Janggen-Fromm. Sit am 21. Oktober im Johr 1961 tüend üseri füf Glocka iara gmeinsama Dienscht. Sletscht Johr isch üsers Glüt vierzig Johr alt worda, kai Alter für a Kirchaglüt, aber doch a Grund, üseri Glocka wieder amol dr Gmeind vorzstella.
Mer fanged mit dr klinschta a. Dia 5. dia klinscht Glocka mit dr Inschrift: "Einer trage des anderen Last" isch d'Sturmglocka oder z'Wuahrglöckli. Sie isch in dr Glockagüsserei Rüetschi in Aarau gossa worda und wiegt 360 kg. Dr Nama hät sie vo ihrera Vorgängeri gerbt. In früehera Ziita hät sie eppa müessa d'Lüüt zimarüefa, wenn a Rüfi ku isch, wenn a böses Gwitter oder a Sturm Schada agrichtet hät und ma zum Gmeindwerk usrucka hät müessa. Zum Glück isch üseri Gmeind in da letschta Johr vo deriga Schäda bewahrt worda. (Glocke 5 B)
Dia 4. Glocka isch d'Hochziitsglocka. Sie isch au im Johr 1961 in Aarau gossa worda. Sie wiegt 518 kg und trait d Inschrift: "Dienet dem Herrn mit Freuden." (Glocke 4 As)
Dia 3. Glocka isch d Mittagsglocka. Sie isch 1788 in Chur gossa worda und isch 900 kg schwer. Sie trait kai Inschrift, isch aber am obera und undera Glockarand mit schöna Ornament verziert. (Glocke 3 F)
Au dia 2. Glocka stammt us am Johr 1788 - sie isch dia alt, gross Sunntigs Kirchaglocka. Dia Glocka trait kai bsunderi Inschrift, sie isch 1750 kg schwer. (Glocke 2 Des)
Dia gröscht Glocka - wo am ganza Glüt dr schöö Grundton git, isch mit iarna zwei klinschta Schwöschtera au 1961 in Aarau gossa worda. Sie trait d Inschrift: "Lobet Gott den Herrn". Mit dem Spruch git sie au dr Grundton a, wo üsers Läba zum Klinga bringa wett. Sie isch fascht drei Tonna schwer, um sie z'umarma, muess ma schu z'dritta im Kreis anand d'Hand geh. (Glocke 1 B)

Läuteordnung

<hören> [5'322 KB] Jedi Glocka hät iara bsundera Klang, ma kann sie nit verwäxla. Alli Glocka müend aber ufanand abgschtimmt sii. Dia gröscht Glocka isch uf B, dia zweit alt, gross Glocka uf Des, dia dritt uf F, dia viert uf As und dia klinscht isch wieder uf B gschtimmt. Jedi Gmeind lait inera verbindlicha Lütordnig fescht, zu wellna Zyta und mit wellna Glocka glütat würd. Z'Lüta vu da Tagesziita isch d'Ufgab vu dr mitlara Glocka." (Glocke 3)
Am Samschtigobad am 6 lüten alli Glocka mitenand der Sunntig ii. Dr Afang macht dia klinscht und ufhöra tuat dia gröscht. (Glocken 54321)
Am Samschtigobad vor ama hoha Firtig macht dia gröscht Glocka dr Afang und dr Schluss. (Glocken 12345)
An da hoha Fyrtiga, wenn s Obadmohl gfiiret würd, rüeft dia gross Glocka am Morgat am sechsi: 'As isch hüt heiliga Tag' und am Obed am Sechsi lütet sie allei nochamol dr Sunntig ii. (Glocke 1)
An da hoha Fyrtiga macht dia gröscht Glocka bim Lüta zum Gottesdienscht dr Afang. An da gwöhndlicha Sunntig fangts mit der klinschta Glocka a lüte und hört mit dr gröschta uf. Zeichalüta, das heisst a Stund vor em z'Kirchagu, übernünt immer dia zweit gröscht Glocka. (Glocke 2) und Kircha uslüta tüemer mit dr zweit klinschta. (Glocke 4)

Wimmler- und Wahlgemeinde

<hören> [2'238 KB] Was au e bsunderi Traditiu isch bi üs z Malans: bi dr Wimmlergmein und Alpversammlig lüttad dia klinscht Glocka am Obad am Achti, und zwor dreimol mit amana zweimoliga Unterbruch. Dinn wüssen d'Pura oder dWiipura: jetz müen'z uf z'Rathuus an d'Versammlig. (Glocke 5 Pause Glocke 5 Pause Glocke 5)
Zur Wahlgmein rüeft dia zweit gröscht Glocka d Gmeindsglieder zimma, und au wenn Kreiswahla oder Bezirksgrichtswahla sind. (Glocke 2)

1. August und Jahreswechsel

<hören> [1'820 KB] Zur Bundesfyr am 1. Auguscht am Obad läutend alli Glocka 15 Minuta, wia amena hoha Fyrtig. Wia i schu gsait ha, isch dr Johreswechsel für mi als Messmeri as bsunders fyrlichs Ereignis. Ds Johr uslüta tüemar vom 11 bis am halbi 12 mit allne Glocka. Miar fangen mit dr klinschta a und hören mit dr gröschta uf. Nach em letschta Zwölfischlag fangend miar z'neua Johr mit dr grosse tüfa Glocka a und lütend's bis am halbi eis mit allne Glocka ii. (Glocken 12345)

Grabgeläute

<hören> [4'228 KB] As isch a alti Traditiu z'Malans, dass z'Grabglüt au azeigt, ob a Maa, a Frau oder a Kind zum Friedhof trait würd. Zum Grabglüt tüend bi da Erwachsena d'Mittagsglocka und dia beida grossa Glocka iera gmeinsama Dienscht. Wenn a Maa gschtorba isch, fangt zerscht dia tüf, gross Glocka a lüta und dia zweit tüfscht und dia mittler Glocka kummen denn drzua. (Glocken 123)
Wenn a Frau gschtorba isch, fangt z'Glüt mit dr Mittagsglocka a und dia beida tüfera kummen drzua. (Glocken 321)
Bim Tod vu ma Kind unter sechs Johr sind dia tüfera Glocka nit derbei, es fangt mit dr Mittagsglocka a und dia beida höhera Glocka kummen denn drzua. (Glocken 345)

Das alte Kirchengeläute vor 1961

<hören> [21'018 KB] Auf der Hülle des Originalbandes (Spulen-Tonband 9,5 cm/sek im Archiv der Gemeinde Malans) steht geschrieben:
Initiative & Organisation: Robert Donatsch
Texverfasser & Sprecher: Peter Riedberger
Techn. Leitung & Schnitt: Gaudenz Heyne
Techn. Helfer: Rene Taverna, Chur, Adolf Liesch, Nachtwächter Hitti Pitschi u.a.

Als im Frühjahr 1959 in Malans der Glockenfond für ein neues Kirchengeläute gegründet und die neuen Glocken schon am 24. Juli 1961 in Aarau gegossen wurden, war letzte Gelegenheit, das alte Geläute auf Tonband festzuhalten. Der Gemeindevorstand wurde befragt, die Bevölkerung avisiert und die Aufnahmen am Abend des 11. Sept. 1961 in der Küngwiese gemacht. Die Zusammenstellung der verschiedenen Geläutecombinationen organisierten wir so, dass sie mit den nötigen Erläuterungen versehen werden konnten. Für Text und Sprache stellte sich Peter Riedberger-Fromm zur Verfügung. Damit hielten wir, neben dem Klang des alten Geläutes, die Geschichte über Sitte und Brauch in Bezug auf unsere Kirchenglocken in den letzten 40-50 oder mehr Jahren fest. Und das in schönstem Malanser Dialekt! Im Ganzen darf das Band sicher als wertvolles kulturhistorisches Dokument über unser altes Kirchengeläute und den Malanser Dialekt gelten. Die Aufnahme soll nicht ohne mein Wissen copiert werden. Malans, 1.5 1966 R.D.

Das Fotoalbum der Anni Anhorn sel.

Das Fotoalbum der Anni Anhorn sel. enthält Fotos und Zeitungsberichte von der Installation der neuen Glocken 1961. Das Fotoalbum können sie hier anschauen.